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Molkerei Meggle Wasserburg GmbH & Co

Wasserburg am Inn, Deutschland

Balanceakt im Sprühturm

Sprühtrockner sind komplexe Anlagen. Insbesondere die Absicherung gegen Staubexplosionen erfordert erhebliches Know-how. Der Molkereibetrieb Meggle vertraut auf die Expertise von IEP Technologies, einem Unternehmen des HOERBIGER Konzerns.

[ aus HOERBIGER@MOTION Juni 2016 ]

Neben dem Wirkstoff enthalten Tabletten immer auch Hilfsstoffe, die keine pharmakologische Wirkung haben. Sehr häufig wird Lactose als Füll- und Bindestoff eingesetzt. Einer der führenden Hersteller von pharmazeutischer Lactose weltweit ist der Molkereibetrieb Meggle. Mit seinem Markenzeichen - dem blauen Kleeblatt - verbinden die meisten Konsumenten Kräuterbutter und andere Buttersorten, jedoch ist auch die pharmazeutische Lactose ein Produkt mit inzwischen 60-jähriger Tradition.

Lange währender Prozess

Bis zu drei Tage wandert die Molke, die am Anfang noch in flüssiger Form vorliegt, durch verschiedene Prozessstufen, bis Lactosepulver vorliegt. Ein Teil der Lactose wird auf Sprühtürmen weiterverarbeitet, zur Herstellung von direkttablettierfähiger Lactose. Die Molke wird dabei über Sprühdüsen von oben als feiner Nebel in die sehr heiße Luft des Trockners eingedüst. Dadurch vergrößert sich die Gesamtoberfläche der Flüssigkeit enorm, so dass die Flüssigkeit getrocknet wird. Im unteren Bereich des Turms sind die Tropfen trocken und das Lactosepulver wird von der Luft abgetrennt.

Unabdingbarer Schutz

Auf den ersten Blick scheint es verblüffend, dass Lactosepulver eine Explosion auslösen kann. Aber in einem Sprühtrockner herrschen Bedingungen, die Explosionen begünstigen: Es gibt ein organisches, sehr feines Pulver in einem großen Luftvolumen und hohe Temperaturen. Es fehlt nur noch eine dritte Komponente - der sprichwörtliche Zündfunke - damit es zu einer Explosion kommt.

Explosionsschutz ist ein Balanceakt. Zwar steht die Sicherheit an erster Stelle, aber Fehlauslösungen sind ebenfalls unerwünscht.

Rundherum geschützt

Meggle entschied sich für einen Rundumschutz des Turms mit einer Explosionsunterdrückung von IEP Technologies. Diese besteht aus signalroten Löschmittelbehältern, die in verschiedenen Ebenen rund um den Sprühtrockner, aber auch an anderen Aggregaten installiert werden. Dabei sind die Drucksensoren so konfiguriert, dass sie auf den für eine Explosion typischen Druckanstieg reagieren. Droht eine Explosion, registrieren die Sensoren diesen Anstieg innerhalb von Millisekunden und reagieren blitzschnell, indem sie die Explosion löschen. IEP Technologies, das seit 2015 zu HOERBIGER gehört, ist bei etwa 80 Prozent aller derzeit gebauten Sprühtrockner mit seinen Explosionsschutzkonzepten an Bord.