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Open Grid Europe

Köln, Deutschland

HOERBIGER Armaturenantriebe beweisen ihre Stärken.

[ aus HOERBIGER@MOTION November 2014 ]

Die Open Grid Europe GmbH betreibt das mit gut 12.000 Kilometern Länge größte deutsche Ferngasleitungsnetz. Verdichterstationen sorgen dafür, dass dieses Gas den Verbraucher sicher und in bester Qualität erreicht. Elektrohydraulische Armaturenantriebe von HOERBIGER haben in der Station Köln-Porz einen einjährigen Testbetrieb erfolgreich absolviert.

Open Grid Europe versorgt über 450 nationale wie internationale Ferngasgesellschaften, Stadtwerke, Industriekunden und Gashändler. Die jährliche Ausspeisemenge liegt bei etwa 725 Milliarden Kilowattstunden, das sind rund zwei Drittel des gesamten deutschen Erdgasverbrauchs. Das Leitungssystem von Open Grid Europe ist zudem ein zentrales Element des europäischen Erdgasverbunds.

In den Fernleitungen zur Belieferung der Großkunden wird das Erdgas mit Hochdruck von bis zu 100 bar auf die Reise geschickt, der beim Transport durch Reibung und Entnahmen stetig absinkt. Alle 150 bis 200 Kilometer sind deshalb Verdichterstationen positioniert, die den Druck zum Weitertransport wieder erhöhen und das Gas in mehreren Stufen filtern, messen, trocknen, verdichten und kühlen. Die älteste der insgesamt 27 Verdichterstationen befindet sich seit 1954 in Köln-Porz. Acht Verdichter mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt bearbeiten dort pro Stunde bis zu 2 Millionen Kubikmeter Erdgas. Die Station kann mit 27 Fahrwegskombinationen im Leitungsnetz sehr flexibel betrieben werden und ermöglicht so auch, die Transportrichtung mit Verdichtung von Nord-Süd auf Süd-Nord zu ändern.

ELEKTRISCHER ANTRIEB MIT SICHERHEITSFUNKTION

In Sachen Sicherheit ist dieses Geschäftsfeld höchst sensibel: „Wir investieren in die Sicherheit unseres Transportnetzes und schützen die Umwelt genauso gewissenhaft wie unsere Mitarbeiter und Anlagen“, heißt es bei Open Grid Europe. Auf der Suche nach Innovationen stieß man auf den elektrohydraulischen Antrieb TriVAX, den HOERBIGER ab 2009 speziell für die Prozessindustrie entwickelt hat. Der Antrieb vereint die Stärken der Hydraulik – hohe Leistungsdichte und Steifigkeit bei einfacher Integration von Sicherheitsfunktionen – mit der einfachen Installierbarkeit elektrischer Antriebe: Es gibt nur eine mechanische Schnittstelle zur Armatur und eine elektrische zur Leittechnik.

„Die Besonderheit ist, dass man die Hydraulik gar nicht wahrnimmt, weil sie komplett gekapselt ist“, so Marcus Grödl, Leiter des Geschäftsfelds Automatisierte Armaturen bei HOERBIGER in Altenstadt. „Der geschlossene hydraulische Kreislauf macht unser System so zuverlässig, dass fünf Jahre Wartungsfreiheit bei maximal drei Millionen Zyklen realistisch sind.“ Zur Inbetriebnahme oder bei Stromausfall lässt sich die Armatur von außen per integrierter Handpumpe mit wenigen Hüben auch manuell öffnen und schließen. Zugleich benötigt der sehr kompakte und robuste Antrieb nur 800 Watt Anschlussleistung. Das komplett verrohrungsfreie, eingehauste Aggregat ist ATEX-zertifiziert und kann also im Ex-Bereich sowie bei jeder Witterung im Freien eingesetzt werden. Das hat auch die Verantwortlichen in der Verdichterstation Porz bewogen, diese neue Technologie umfassend und ausgiebig zu testen. Dort sind bislang elektrische, Gas- oder Druckluft-geregelte Antriebslösungen verbaut.

Getestet wurde deshalb die Variante TriVAX Flex, bei der die Komponenten individuell konfiguriert und ausgelegt werden können, während das Standardgerät TriVAX mit bereits integrierter Steuerung für klassische Standardapplikationen konzipiert ist. Gestartet wurde die Testinstallation in den für Gasversorger ruhigeren Sommermonaten, um dann zur Hauptbelastungszeit im Winter alle Funktionalitäten umfassend zu prüfen.

Nach nunmehr beendetem, einjährigem Testbetrieb hat sich erwiesen, dass der elektrohydraulische Armaturenantrieb problemlos angebunden werden kann und im Einsatz störungsfrei ist. Daher werden bei Open Grid Europe nun Überlegungen angestellt, künftig auszutauschende Antriebe auf das HOERBIGER System umzustellen.