German (Deutsch)

Saic

Chinas automobile

Erfolgsgeschichte

[ aus HOERBIGER@MOTION 02/2012 ]

Shanghai Automotive Industry (Group) Corporation (SAIC): Die Geschichte eines der bedeutendsten Automobilhersteller in China ist geprägt von berühmten Automodellen. Sie begann mit dem in den späten Fünfzigern gebauten Shanghai 760, einer mehr als eine Tonne schweren Limousine. Heute, 2012, gibt SAIC mit modernster Getriebetechnologie richtig Gas. Und HOERBIGER begleitet das Unternehmen.

Die eigentliche Erfolgsgeschichte der Automobilindustrie in China begann in den Achtzigern – mit der Shanghai Automotive Industry Corporation als Vorreiter. Seit 1983 wird in dem Joint Venture Shanghai VW der Shanghai Santana produziert. Mit dem Erfolg des Santana baute SAIC in den späten Achtzigern und in den Neunzigern eine vollständig neue Zulieferindustrie für Automobilkomponenten auf. Waren 1987 die einzigen lokal produzierten Bestandteile des Shanghai Santana noch die Reifen und das Autoradio, so konnte der Anteil der vor Ort hergestellten Komponenten innerhalb von zehn Jahren auf über 90 Prozent ausgeweitet werden. 1997 entstand ein neues Joint Venture mit General Motors. Shanghai GM begann 1996 Buicks und Chevys zu produzieren und half SAIC, seine Jahresproduktion zwischen 2000 und 2006 zu verdoppeln. Mit Beginn des neuen Jahrtausends bereitete SAIC seine Präsenz auf dem internationalen Markt vor.

2002 erwarb SAIC einen mehrheitlichen Anteil an dem koreanischen Autohersteller Ssang Yong Motor und fand damit auch Zugang zum internationalen Händlernetz der Koreaner. Bis 2002 war SAIC mit dem chinesischen Automarkt gewachsen. Treiber waren dabei die Joint Ventures. Seit fast zehn Jahren versucht die chinesische Automobilindustrie, sich mit eigenständig entwickelten neuen Produkten auf dem Weltmarkt zu etablieren. Mit Erfolg: 2005 erwarb SAIC die Lizenzen der Modelle Rover 25 und Rover 75 aus der Insolvenzmasse der MG Rover Group. Produktionsanlagen und Maschinen wurden 2006 von der damaligen Konkurrentin, der ebenfalls chinesischen Firma Nanjing Automobile Corporation (NAC) gekauft, die die Namensrechte an MG hält und die Tochtergesellschaft NAC MG gründete. Auf Intervention der chinesischen Regierung fusionierten beide Gesellschaften, um die nahezu baugleichen Modelle von SAIC und NAC MG gemeinsam zu produzieren. SAIC entwickelte die englischen Modelle weiter und verkauft sie mit einem neu gestalteten Firmenlogo unter dem Namen Roewe. Die Namensänderung war notwendig, weil die Namensrechte für Rover ebenso wie das Logo im Besitz von Ford sind.

SAIC ist aktuell das größte Automobil-Konglomerat in China. Der Automobilbauer verkauft Fahrzeuge unter verschiedenen Marken. Im alleinigen Besitz von SAIC sind die Marken Yuejin, Roewe, MG und Maxus. Die von den Joint Ventures genutzten Marken sind Buick, Chevrolet, Bajun, Volkwagen, Skoda, Iveco und Wuling. Verantwortlich für Entwicklung und Produktion der Roewe- und MG-Baureihen ist die SAIC Motor Passenger Vehicle Company (SMPV), die zu 100 Prozent zu SAIC gehört. Bis 2015 will SMPV jährlich 700.000 Roewe und MG-Fahrzeuge verkaufen. Das entspricht der dreifachen Verkaufszahl von 2011. Weiterhin plant SMPV ab 2015 drei bis vier neue Modelle pro Jahr auf den Markt zu bringen.

Die MG- und Roewe-Modelle werden hauptsächlich in Shanghai entwickelt. Die Ingenieure in Shanghai arbeiten eng mit Ingenieuren in Nanjing und Longbridge bei Birmingham, England zusammen. In Longbridge wurde vor Kurzem das SAIC Motor Technical Centre (SMTC) eröffnet. Der Fokus des Unternehmens liegt immer noch auf der erfolgreichen Entwicklung der Marke.

Über die Joint Ventures mit VW und GM hat das Unternehmen Zugang zu hoch entwickelter Technologie bekommen. Jetzt entwickelt SAIC diese eigenständig weiter. Mit dem Kauf von MG und durch die Zusammenarbeit mit SMTC in England bei gleichzeitiger Einstellung von qualifizierten Ingenieuren in China versucht das Unternehmen, die Technologie auf den neuesten Stand zu bringen. In Shanghai werden aktuell der MG 6, der Roewe 550, der Roewe 950 und der neue MG 3 hergestellt, in Nanjing der Roewe 350, der MG 5 und in Yangzhou der Roewe 750 und der für den chinesischen Markt besonders wichtige W5 SUV. In Longbridge werden die in China entwickelten Modelle mit in China gefertigten Komponenten für den europäischen Markt montiert. Die Modelle sind im mittleren und Luxus-Marktsegment positioniert. SMPV plant, die Antriebsaggregate zusammen mit den Getrieben an andere Firmen zu verkaufen, zum Beispiel das SCM 250. Daher ist der Anspruch an technische Qualität und günstige Preisgestaltung sehr hoch.

SAIC wird die Zusammenarbeit mit internationalen Geschäftspartnern aufrechterhalten. Vor allem die Kooperation mit GM ist sehr eng: Vom Antriebsaggregat bis zum Getriebe wird gemeinsam produziert. So lässt sich die Technologie auf dem neuesten Stand halten. Ein wichtiger internationaler Geschäftspartner ist auch HOERBIGER. Das Unternehmen liefert komplette Synchrosysteme für die drei technologisch am weitesten entwickelten manuellen Schaltgetriebe der SAIC Gruppe. Von der sehr guten Zusammenarbeit mit HOERBIGER verspricht sich SAIC auch in Zukunft Fortschritte bei der Entwicklung neuer Designs für Synchrosysteme.

PART

HOERBIGER produziert die für SAIC bestimmten Synchrokomponenten an den Standorten Schongau in Deutschland und Yangzhou in China. In Yangzhou werden die Synchrosysteme komplettiert, bevor sie an den Kunden ausgeliefert werden. HOERBIGER liefert an SAIC komplette Synchrosysteme für das im Roewe 750 verwendete Getriebe SH78Z. 2012 verlagerte SAIC die Getriebeproduktion in eine neu aufgebaute Fabrik. Hier werden in Kürze auch die neuen Getriebe SCM 250 für den Roewe 350 und den MG 5 sowie das SCM 360 Getriebe für den MG 6 mit Synchrosystemen von HOERBIGER vom Band rollen. HOERBIGER wird SAIC auch in Zukunft innovativ begleiten. Im Moment arbeiten Ingenieure beider Firmen gemeinsam an einer Electrical Drive Unit (EDU). Im Zentrum dieser Kooperation steht die Applikation einer Synchroeinheit in den Antrieb eines Elektrofahrzeuges.

PART OF

In China, dem größten Automobilmarkt der Welt, gibt es mittlerweile mehr als 6.500 Firmen, die diesen immer noch wachsenden Markt bedienen. Mit großem Abstand an der Spitze standen 2011 nach Jahresproduktion die Shanghai Automotive Industry (Group) Corporation (SAIC) mit vier Millionen Fahrzeugen, die Dongfeng Motor Corporation (DMC) mit 3,5 Millionen Fahrzeugen, die China First Automobile Group Corporation (FAW) mit 2,6 Millionen Einheiten und Chang’an mit zwei Millionen Fahrzeugen. Diese vier Firmen hielten damit einen Anteil von 64 Prozent der gesamten Automobilproduktion Chinas. Aufgrund sinkender Absatzraten in China drängen vor allem SAIC und FAW auf den internationalen Markt und versuchen dabei auch im Marktsegment der Elektroautos Fuß zu fassen.

PARTNERSHIP

Vor sechs Jahren optimierten SAIC und HOERBIGER gemeinsam das Getriebe für den Roewe 750. Die damals aufgenommene, enge Zusammenarbeit haben beide Partner über die Jahre weiter ausgebaut: HOERBIGER liefert nicht nur komplette Synchrosysteme für den Roewe 750, sondern ist inzwischen auch an der Entwicklung innovativer Synchrosysteme für die aktuellen und zukünftigen Modellreihen beteiligt. Mit den Ingenieuren in Longbridge kooperierte HOERBIGER bereits vor der Übernahme durch SAIC. Diese Zusammenarbeit war von Anfang an global ausgerichtet. Während das SAIC Motor Technical Centre (SMTC) in England eng mit der HOERBIGER Antriebstechnik GmbH in Schongau, Deutschland, zusammenarbeitet, schätzen die SAIC Ingenieure in Shanghai die Nähe der HOERBIGER Entwickler bei der HOERBIGER Drive Technology (Yangzhou) Co., Ltd. Die internationale Aufstellung von HOERBIGER garantiert dem Kunden kurze Wege und maßgeschneiderte Lösungen für jeden Markt.